Ein ganz besonderes Projekt


KP 16 KP 16 KP 16

EIN GANZ BESONDERES PROJEKT

DAS POLYTRAUMA MAL ANDERS

Donnerstag, der 14.03.2019, war ein großer Tag für die Schüler des dritten Ausbildungsjahres der Gesundheits- und Krankenpflege in Beelitz-Heilstätten. Zwei Wochen im Vorfeld erarbeiteten sich die Schüler im Unterricht die verschiedenen Aspekte des Themas „Pflege von traumatisch Verunfallten“. Ihre Aufgabe war es, die Abläufe in einem Schockraum kennenzulernen, die Arbeit auf einer Intensivstation zu entdecken, sich Wissen über Beatmung und Atemwegsmanagemente anzueignen sowie diese Themen ihren Kollegen in Vorträgen und Präsentationen näherzubringen. Ebenso war eine Besonderheit, dass das Augenmerk dieser Themen auf der interdisziplinären Arbeit lag, und es hierbei darum ging , sich mit den Aufgaben anderer Berufsgruppen zu beschäftigen, die ebenfalls den gleichen Patienten versorgen. Das bedeutete, die Schüler erarbeiteten sich die Handlungschritte einer Notärztin, eines Notfallsanitäters, eines Anästhesisten, eines Unfallchirurgen, einer Radiologin sowie der Schockraumpflegekraft und der Anästhesiepflegekraft.

Zusammen dachten sich die Schüler ein Szenario aus sowie die Verletzungen der Verunfallten nach unfallkinetischen Grundsätzen. Man entschied sich für eine 75 jährige Patientin, die ihre angetrunkene Enkelin von einer Feier in der Nacht abholte. Die ältere Dame war äußerst aufgebracht, weil ihre Enkelin aufgrund des hohen Alkoholkonsumes in das Auto erbrach. Die Enkelin schnallte sich ab, um das Erbrochene zu entfernen, während ihre Großmutter „wetternd“ immer wieder ihre Aufmerksamkeit auf die Enkelin legte und nicht auf die Straße. Auf dieser stand ein Reh. Die ältere Dame versuchte auszuweichen und kollidierte mit einem Baum, was dafür sorgte, dass die Enkelin, die nach wie vor unangeschnallt war, durch die Frontscheibe des Autos geschleudert wurde.  

Aus dieser Situation gingen alle Handlungsschritte der Schüler hervor wie die Versorgung am Unfallort, der Abtransport der Verunfallten, die medizinischen Maßnahmen zur Erhaltung der Vitalfunktionen. In der Zeit der Versorgung im Außenbereich, bereiteten sich die Schüler ihren Schockraum vor, wo alle weiteren Maßnahmen erfolgten. Die Abnahme des Notfalllabores, das Legen weiterer intravenöser Zugänge, das Legen und Assistieren bei der Thoraxdrainage sowie eines zentralvenösen Katheters, eines arteriellen Zuganges und die Wundversorgung, genauso wie  alle Maßnahmen des ABCDE-Schemas.

Zwei der Schülerinnen übernahmen die Rolle der Verunfallten und wurden von einer begabten Schülerin realistisch geschminkt. Diese positionierten sich dann im Auto sowie auf der Wiese liegend. Trotz des Regens an diesem Tag blieben alle in ihrer Rolle und führten eine realistische Versorgung durch.

Um diese Arbeit nicht nur für sich selbst, sondern auch anderen nahezubringen, wurden alle Klassen,  die an diesem Tag im letzten Unterrichtsblock im Hause waren, zu diesem Szenario eingeladen. Am Ende fand dies einen großen Anklang, und der Applaus für die Schüler war ergreifend und brachte die Wertschätzung der anderen Schüler zum Ausdruck.

Ein Dank geht an dieser Stelle an Herrn Kunze, dem Medizintechniker der Kliniken Beelitz, der uns mit  Defibrillator, Monitor, Infusiomaten und Perfusoren versorgte, um uns ein realistisch Szenario zu ermöglichen.

Das Lernergebnis an diesem Tag sprach für sich und die Schüler entwickelten dadurch ein Verständnis für die Arbeit anderer Berufsgruppen.